News

Hangfliegen mit Brockenblick

Geschrieben von Webmaster am .

Letzten Sonntag hatte der Wetterbericht kräftigen Westwind zwischen 25 bis zu 45km/h bei 11°C im Gepäck. Was sich für den "normalen" Spaziergänger eher ungemütlich anhört, war für drei unserer Modellflieger die perfekte Einladung. "Der Ösel bei Denkte, ein paar km südlich von Wolfenbüttel, ist ein kleiner Hang, der von Nord nach Süd geht. Bei strammem Westwind hat man hier ideale Bedingungen zum Hangflug - und man hat auch noch einen herrlichen Brockenblick obendrauf ;-)" kommentiert Modellflieger Maurice Bär das Vorhaben grinsend. 

Bei dem kräftigen Wind kamen am Anfang Modelle zum Einsatz, die komplett aus Kohlefaser gebaut sind. "Mit vollem Ballast sind das dann echte Spaßmobile bei dem Wind" klärt uns Hendrik Bergmann auf. "Wenn der Wind ausreicht, die schwereren Modelle in der Luft zu halten, hat man mit hoher Masse saloppp gesagt mehr Schwung und Energie und kann dynamischer Fliegen" führt er weiter aus. Die Modelle entsprechen daberi der Klasse F3B und können so bis zu 2kg wiegen.

Hendrik mit konzentriertem Blick auf sein Flugzeug

Daneben kamen zum "Hangkratzen", also zum tiefen Fliegen über dem Gras, auch Nurflügel zum Einsatz. Einen Zargi mit 1,2m Spannweite hatten die Jungs auch dabei, der gern bewegt wurde.

Als dann am Abend, nach Durchgang einer kleinen Regenfront der Wind deutlich abgenommen hatte, war die Zeit der schweren Modelle vorbei. Dann konnte auch ein leichteres Segelflugmodell genutzt werden, dessen Besonderheit darin besteht, dass man es an der Flügelspitze hält und mit einem Schleuderwurf, ähnlich einem olympischen Diskus, startet. (DLG - Discus Launch Glider - wer es nicht kennt) "Den haben wir dann noch mit etwas Tesafilm und eine Zwei Euro-Münze unter dem Schwerpunkt versehen, damit er etwas schwerer wird und im Wind besser geht. Jetzt ist der Flieger also nicht nur 100, sondern 102 Euro wert" kommentiert Maurice den Flug mit dem kleinen Segelflugmodell augenzwinkernd.

Hendrik, Henry und Maurice mit ihrem Flugzeugpark

Alles in allem war es ein Riesenspaß für unsere drei Modellflieger

Klimazonenwechsel in Wilsche

Geschrieben von Webmaster am .

Ende Januar hat es in Norddeutschland endlich mal wieder Schnee gegeben - gerade so viel, dass man den Platz benutzen konnte, aber dass dennoch alles weiß war. den Tag haben wir auch zum Schneefliegen genutzt. Ein paar Tage später war der Schnee aber wieder weg, Frau Holle musste jedoch nur Nachschub holen. Anfang Februar kam dann eine ähnliche, nur viel stärkere Wetterlage wieder, die die Älteren an den Winter 1978/79 erinnern mag: Ein kräftiges Skandinavienhoch und ein Tief über Frankreich bewirken eine stationäre Front über Deutschland, aus der es lange und ausgiebig schneit. Naja, die große Katastrophe blieb aus, aber Schnee lag dennoch meterhoch infolge von Verwehungen. An Fliegen war kaum zu denken und man war froh, wenn man überhaupt in die Hallen und Werkstätten kam.

Meterhohe Schneeverwehungen an der Hallentür

Den Vogel abgeschossen hat dann die Nacht vom 13. auf den 14.02: Minus 22 Grad waren in Braunschweig zu messen. Solche Temperaturen kennt man sonst eher nur aus Skandinavien oder Kernrussland, aber doch nicht von hier. Doch wie das Leben und das Wetter spielen, bahnt sich in der Woche ein dramatischer Umschwung an: Das Skandinavienhoch, das und mit dem eiskalten Nordostwind versorgt hat, zieht weiter und die Strömung wechselt auf Südwest. Damit kommen Zweistellige Temperaturen im positiven Bereich und im Laufe der Woche sorgt der warme Wind dafür, dass der Schnee so schnell wieder verschwindet, wie er gekommen ist.

So ist am Smastag, dem 20.02. nur noch wenig davon zu sehen. Lediglich in den Schattenlagen hinter den Bäumen sind noch einzelne Flächen übrig. Das war Grund genug für David Bente und Arne Rohlfs, sich mal die Dimona des Vereins zu schnappen und Sonne zu tanken.

Die Dimona auf dem Parkplatz in Hannover-Langenhagen EDDV

"Das Landegutscheinheft war ja noch unberührt, also wäre es doch mal ne Idee, einen Platz in der Nähe anzufliegen" meint David. "Am Besten was entspanntes, wie wäre es mit Hannover." Schnell sind sich die beiden einig und legen los. David hat dazu noch einen Bericht verfaßt...

Sonntag wurde es dann sogar noch wärmer. "Dann können wir 2021 auch das erste Licht in der Kunstfluxbox anknipsen..." sind sich unsere Kunstflieger einig. Also werden die Flugzeuge getankt und aufgebaut, die DFS und der Wachleiter in Bremen angerufen, Box und Flugplan aktiviert und es kann losgehen...

Das Turngerät wird zusammengebaut

Im Laufe des Tages reicht die Sonne dann aus, dass man sogar im T-Shirt rumlaufen kann und Martin schon von früh weg die Schuhe im Auto gelassen hat. Auch riecht es schon etwas frühlingshaft und die Vögel beginnen zu zwitschern.

Die 6B am Start

Ein paar Minuten später ist der Schlepper warm und wir legen los - David präsentiert das erste Kunstflugprogramm 2021 in der Box und kommt mit einem dicken Grinsen wieder herunter. Danach sind auch Steffen und Martin noch an der Reihe. Auch die brauchen wir nicht zu fragen, wie sie es finden :-D

Strahlende Sonne am Start lässt niemanden frieren

So geht das Spiel dann bis zum Abend. Erst, als die Sonne fast unter dem Horizont ist, landet Martin die 6B lang vor den Anhänger und David dreht noch eine kleine Runde mit dem Schlepper und seiner Freundin auf dem Rücksitz, damit sie auch die Welt heute einmal von oben gesehen hat.

Der letzte Schlepp am 21.02.

"Barfuß im T-Shirt Mitte Februar, nachdem es eine Woche davor noch mehr als 35 grad kälter war? Kann mich nicht entsinnen, so etwas schon einmal erlebt zu haben..." Fasst Martin den Tag am Abend zusammen, als wir uns das Feierabendbier gönnen. Danach werden noch die Flugzeuge abgebaut und in die Halle gestellt und alle fahren zufrieden nach Hause.

 

Schneefliegen in Wilsche

Geschrieben von Webmaster am .

Norddeutschland ist ja wettertechnisch eher weniger für extreme Temperaturen bekannt, sondern mehr für maritimes Klima mit mäßig kalten Wintern. Ende Januar 2021 macht jedoch ein Skandinavienhoch in Kombination mit feuchter Luft aus Südwest eine Ausnahme: Schnee fällt endlich mal wieder, gerade genug, dass alles weiß ist, aber nicht so viel, dass alles darin versinkt.

   

Freude allerseits :-)

Dass es dann auch noch strahlend sonnig wird, sorgt für einhellige Freude bei den kleinen und großen Vereinsmitgliedern. Der Tag wird uns noch eine Weile im Herzen bleiben, so viel steht fest. Lest selbst Martins Bericht und genießt die seltenen Eindrücke...

Ein Astir und zwei Polos?

Geschrieben von Webmaster am .

Aktuell haben wir gerade zwei etwas größere Projekte, die gerade realisiert werden. Da es dazu eine Menge schöne Fotos gibt, hat sich Webmaster Martin entschlossen, die mal als kleine Tagebücher aufzubereiten.

Parallel zur DG505 hat der Verein nämlich noch einen Astir gekauft - genauer gesagt einen G102 Club3B, so, wie wir mit der "E6" bereits einen haben. Der ist uns quasi "zugelaufen" - Dennis fand die Anzeige bei segelflug.de zu einem Astir mit einem Schaden am Flügel. Dieser Schaden erschien uns reparabel (Zitat Marianne: "Kein Problem, kriegen wir hin!!"), deswegen wurde das Flugzeug zu dem Preis ohne Besichtigung einfach gekauft.

Kurze Zeit später steht das Flugzeug bei uns in der Werkstatt und die Reparaturen beginnen. Gleichzeitig wird beschlossen, wenn wir jetzt einmal loslegen, auch das Cockpit wieder aufzuhübschen und auf ein modernes Niveau zu bringen - es soll der schönste Astir des vorderen und hinteren Orients werden :-)

Unter dem Motto "Make our Astir great again!" könnte Ihr den Fortschritt der Arbeiten nachlesen.

 

Ein kleiner Einblick in die Arbeiten

Daneben haben uns die Caddies, die wir die letzten mindestens 10 Jahre zum Rückholen gelandeter Flugzeuge verwendet haben, vor zunehmende Herausforderungen gestellt. Meist waren sie öfter kaputt, als einsatzbereit, also musste Ersatz her. Dazu wurden erst einer und dann ein zweiter Polo für kleines Geld vom Autohändler besorgt, die diese Lücke füllen sollen. Die nun einfach nur zu verwenden, wäre ja viel zu einfach, also beschloss die Jugendgruppe, die etwas zu "verbessern" ;-)

Unter dem Motto "Pimp my Polo" könnt Ihr den Fortschritt hier nachlesen...

Flexen, schweißen, bohren...

 

 

Zwei neue Regentflieger

Geschrieben von Webmaster am .

Seit diesem Wochenende darf sich unsere Regent, das Motorflugzeug bei uns im LSV Gifhorn, über zwei zusätzliche Nutzer freuen. David und Martin haben dieses Jahr die Ausbildung zum LAPL-A (Light Aircraft Pilot License) absolviert und im September erfolgreich mit der Prüfung im heimischen Braunschweig abgeschlossen. Damit dürfen die beiden nun Motorflugzeuge bis 2t Abflugmasse in Europa bewegen.

Dieses Wochenende haben sie sich dann von Lehrer Jan-Schiedek-Jacht in die Regent einweisen lassen. "Das Gerät hat eine Landeautomatik eingebaut... wird Euch Spaß machen" hieß es vorher von verschiedenen Seiten, die die Regent gut kennen. Also haben wir zusammen eine intensive Vorflugkontrolle durchgeführt, sind die Eigenheiten der Motorbedienung noch einmal durchgegangen und dann hieß es, Motor an und los.

Unser Flugplatz aus der Regent fotografiert

"Zieh, die fliegt bei 100 schon, und dann halte sie gezogen, bei 130 steigt sie am Besten" kommt die Anweisung vom Beifahrersitz. Am Anfang gibt Jan das noch Spaß, dass wir noch viel zu schnell fliegen. Der Grund ist einfach, man hängt mit 180PS mit der Nase weit oben am Propeller und das Instrumentenbrett ist dazu recht hoch. Nach ein paar Landungen und Aufsetz- und Durchstartmanövern hat man sich jedoch daran gewöhnt und auch die passende Sitzposition gefunden.

Der Landeanflug ist dann doch wieder interessant. Nimmt man das Gas raus, sinkt das Flugzeug schnell stark, wie man das von der Dimona oder der Savage nicht kennt. Anfliegen mit 130, abfangen und schweben... Der Bodeneffekt ist mit den tiefen Tragflächen sehr deutlich spürbar und hilft, die Höhe zum Aufsetzen sehr präzise wahrzunehmen. Und weiter schweben, Überziehwarnung fiept und die Regent setzt sich sanft hin. Stimmt, landet sich echt schön.

"Eine Ziellandung aus 2000ft noch, dann könnt Ihr allein" meint Jan. Gesagt getan, also wird die Regent auf 2200ft gebracht, so dass wir genau 2000ft über der Schwelle sind. Gas raus und das Ziel der Übung ist, ohne Nutzung des Motors eine Ziellandung im Gleitflug an der Schwelle durchzuführen. Hier merkt man dann die Erfahrung von mehreren tausend Segelfluglandungen... Beide treffen den Platz an der avisierten Stelle. Fluglehrer Jan ist zufrieden und stellt beiden nach drei weiteren Platzrunden im Alleinflug die "Regentschaft" aus.

Martin nutzt das dann gleich noch tags darauf für eine Dreiviertelstunde Sightseeing an dem schönen Herbstsonntag mit glasblauem Himmel...

Regent brummen im Herbst: Blick nach Süden Richtung Harz und Elm